Point Reyes: Kaliforniens Wahrzeichen

Frühling ist hier ausgebrochen, 18 Grad und wärmer, Sonne pur. Endlich kommt die Sonnencreme wieder zum Einsatz. Und ich kann meine bisher so unnützen und wunderschönen Slipperschuhe tragen! Der Samstag ist frei: keine Verabredungen, keine Arbeit, der 50. Super Bowl ist erst morgen und Köln spielt nicht. Wir sind also wieder on Tour: zum bisher nördlichsten kalifornischen Punkt, der von uns besucht wurde, Point Reyes. Zur Orientierung: nördlich der Golden Gate Bridge quasi an Muir Woods und Muir Beach vorbei. Dann kommt Stinson Beach, da auch vorbei in den Norden – alles von uns schon besucht – da liegt Point Reyes.

Bildschirmfoto 2016-02-07 um 09.25.18Wir fahren zweieinhalb Stunden über kurvige kleine Landstraßen. Beim Visitor Center wird das Auto abgestellt und alle müssen mit dem Bus weiterfahren – bis ganz vorne zur westlichsten Ecke der Landzungenspitze, da steht der Leuchtturm. Für Malea ist das Bus fahren ein absolutes Highlight und wir genießen es, durch ein riesiges Ranch-Land mit unendlich weiten hügeligen Wiesen bestückt mit Kühen, Hirschen, Rehen und Falken kutschiert zu werden. Schon ganz schön zauberhaft. Wir steigen aus und ich brauche keine zwanzig Sekunden, bis ich den ersten Wal erspähe. Diesmal bin ich ausgerüstet mit Reiners Geburtstagsgeschenk: mein neuer high quality Feldstecher! Damit macht das Wale-Gucken noch tausend Mal mehr Spaß! Das Superfernglas ist die Krönung unseres Tages!

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Der Leuchtturm, uralt und marode. Ausstellungsstücke wie ein alter Schreibtisch und Tagebucheintragungen geben mir eine Ahnung vom einsamen Leben eines Leuchtturmwärters, die stets kurz davor waren, verrückt zu werden. Ein Mann erzählt im alten Leuchtturm vom Gewicht, dass alle zwei Stunden und zwanzig Minuten hoch gekurbelt werden muss. So funktioniert der Automatismus, dass sich das Leuchtturmlicht dreht. Drei weitere Parkangestellte erklären mit Ansichtsmaterial auf einer Aussichtsplattform alles zum Thema Wal – was sie essen, wie die „Warzen“ auf den Grauwalen oder der Bart zum Auffangen des Krills aussieht, der Krill selbst wird im Glas gezeigt, wie die Wanderrouten zu welchen Jahreszeiten sind – alles zum Anfassen, Anschauen und Bestaunen. Ganz unaufdringlich, null langweilig, einfach amerikanisch toll! Wir können uns am Wale gucken nicht satt sehen. Es ist umso vieles spannender aufs Meer rauszuschauen und Wale wie Ostereier zu suchen, anstatt einfach nur aufs Meer hinauszublicken und „nur“ die Weite zu genießen. Die Farallon Islands liegen direkt vor uns. Das ist der Ort, wo die Whale Watching Boote von San Francisco aus hinfahren – der beste Whale Watching Ort. Mit meinem Superfernglas sehe ich die Buckel der Wale, ich sehe sogar weiße Flecken und einmal wie ein Grauwal, das sei wohl wirklich selten, spielt und mit dem kompletten Kopf aus dem Wasser taucht und mit einem wahrscheinlich ziemlich lauten Klatsch auf die Wasseroberfläche donnert.

Wieder gefühlte tausend Treppen hoch dackeln, Falken und Rehe gucken, ab in den Bus zum Seeelefanten Brutplatz. Der ist am östlichen Zipfel der Landzunge mit Blick in die wunderschöne Bucht. Januar/Februar ist Hauptsaison für die Seeelefanten, hier treffen sich alle: Männchen, Weibchen, Jungtiere, es wird gestillt, was das Zeug hält, das Superfernglas offenbart uns alles! Zum Sonnenuntergang, die hier in Amerika sowas von Atmen beraubend sind, sitzen wir im warmen Bus zurück zum Auto.

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4 Gedanken zu “Point Reyes: Kaliforniens Wahrzeichen

  1. Oh ist das schön !!! Die Fotos sind Mega und Reiner hat langsam ein bisschen was vom Alm Öhi. Köln hat 1:1 gespielt und hättet ihr vor Monaten Super Bowl Karten a 1000$ gekauft hättet ihr die gestern für 5000$ verkaufen können ( stand so in der Presse). Küsse nach SF

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