Flower Power auf der Spur: Haight-Ashbury

Plan ist aufgegangen Malea im Auto eingeschlafen. So parke ich mit den Kindern in Haight-Ashbury (heyt äschböri, ist nämlich verwirrend mit unserem Wohnort börnäl haits)Ich parke zufälligerweise vor einem Schuhgeschäft, in dem zufälligerweise ein Paar Schuhe in genau meiner Größe reduziert sind. Die paar Sorte Schuhe, die wunderbar zartes Leder haben, Slipper sind und für das nasskalte Wetter hier oder den Schnee in Berlin völlig ungeeignet sind. Auch für Sandschlachten auf dem Spielplatz oder einen Strandspaziergang komplett untauglich. Die Sorte Schuhe, die trotzdem einfach schön sind und ich unbedingt haben musste.

Ich bin also in meinem Einkaufsmekka angekommen. Startschuss war bereits drei Meter vom geparkten Auto dieser Schuhladen. Milan und ich schlendern mit schlafender Malea durch die bunten Straßen. Boutiquen über Boutiquen, ein Second Hand Laden neben dem anderen. Erfrischend, wo in ganz San Francisco sonst immer nur ein Restaurant neben dem anderen ist. Wirklich jedes Geschäft, wenn nicht mindestens jedes zweite ist ein Second Hand Klamottenladen. Ich tapse in den ersten rein. Der leichte Second Hand Müffelgeruch schleicht in meine Nüstern, Louis Vitton hängt hier neben H&M. Selbst die H&M Jacke kostet hier noch 28$. Ich verlasse den Glitter und tigere weiter durch die Straßen.

Straßenkunst zum Nachdenken:  Erstmal im Bioladen Beef Jerky zur Stärkung kaufen. Kostet die exakt gleiche Tüte hier wirklich doppelt so viel wie in meinem Viertel? Hab mich bestimmt im Preis geiirt. Aber fleischige Stärkung muss sein. Stöbere in verschiedenen Second Hand Läden.  Im nächsten Laden verkaufen sie wirklich Klamotten mit Kaugummi oder sonstigem Papp dran. Alle Sachen, die ich anschaute, hatten irgendwas Ekliges dran. Womit man hier Geld verdienen kann. Beobachte v.a. die schrägen Vögel in den Läden und auf der Straße mit ihren Federn, Plüsch, bunten Batikleggins, gemusterten Kopftüchern usw.. Es sind fast ausschließlich gentrifizierte Hippies, die sich Pradablusen anschauen.  Mit meiner braunen Kordhose aus den 90igern und zwei Kindern fühl ich mich hier ganz ok. Meine lila Sportallwetterjacke würde ich am liebsten in Bundeswehmanier grün anmalen. Deutsche Bundeswehrklamotten hängen hier auch die Kleiderstangen hoch und runter. Ist im Trend. Lande schließlich in einem Laden, wie alle anderen auch dieser mit verquerschter Techno-musikalisches-dadaistisches-Klangexperimente-Musik. Herrliche Kleider aus den 50igern bis 70igern. Schnitte, bei denen Frauen noch Busen und Hintern haben durften. Wirklich schöne Sachen dabei. Preislich im Rahmen zwischen 35 bis 55$. Auch prima! Erinnere mich daran, dass ich bei meinem Ich-muss-die-Wohnung-leer-verkaufen-Flohmarkt von unserer Standnachbarin ein wunderschönes 60iger Jahre-Kleid für 8€ gekauft habe. Berlin halt. Mutig probiere ich eine kurze schwarze Wildlederhose an. Wäre doch schick zu meinen neuen Lederslippern mit einer dicken Strupfhose. Aber bin ich eine Tonne??? Derjenige, der so etwas entwirft, näht und sich traut es zu verkaufen, sollte bestraft werden.

Meine Parkuhr ist abgelaufen. Haight-Ashbury würde ich nochmal mit schlafenden Kindern besuchen, ein kunterbuntes ganz anderes San Francisco.

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6 Gedanken zu “Flower Power auf der Spur: Haight-Ashbury

    1. Hab mir hauptsächlich Lederjacken angeschaut. Fand die Preise zwischen 150-225$ aber echt zu happig für ausgelutschte Jacken. Ich war aber auch nicht in vielen Läden, da gibt es bestimmt noch die ein oder andere Perle versteckt.

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